Bernd Begemann

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Der brennende Junge

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Was für ein Werk! In der Haut des­je­ni­gen, der diese Com­pi­la­tion zusam­men­stellte, möchte man wahr­lich nicht ste­cken. Ein Destil­lat aus 25 Jah­ren, aus ca. 20 Alben. Wie viele Songs? Um die 300! Wie viele sehr gute und gute Songs? Min­des­tens 299. Dar­aus 26 aus­wäh­len — du meine Güte! Kur­zer Qua­li­täts­test — CD rein und diese Random-​Funktion akti­viert: „Deut­sche Hymne ohne Refrain“, „Ich kann Dich nicht krie­gen, Kat­rin“, „Unten am Hafen“… Was für Songs! Kris­tall­klar und tief empfunden.

Bernd Bege­mann hat sämt­li­che Leutnant-​Blueberry-​Hefte. Er kann alle Lie­der der Shangri-​Las aus­wen­dig. Die Akkorde von „Hit Me Baby One More Time“? Bernd kennt sie. Wie hieß noch mal die Schau­spie­le­rin, die neben Bel­mondo in „Ein irrer Typ“ mit­spielte? Na gut, das ist ein­fach. Aber wenn Du was über die Pop­kul­tur der letz­ten 60 Jahre wis­sen willst: Frag Bernd! Und dann ruhig noch: Eras­mus, Nietz­sche, Bal­zac, was auch immer… frag Bernd. Denn Bernd Bege­mann ist so eine Art Renais­sance­mensch. Er hatte TV-​Shows, er hat Deutsch­lands erfolg­reichs­ten Film­pod­cast. Als Hobby.

Bege­mann ist, das klingt nun viel­leicht etwas schlei­mig und pathe­tisch, eine Licht­ge­stalt. Aber wenn es nun mal die Wahr­heit ist!?

Wie beru­hi­gend zu wis­sen, dass es neben den prä­ten­tiö­sen Ange­bern, den aske­ti­schen Ver­zichts­pro­pa­gan­dis­ten, den schwüls­ti­gen Wasch­lap­pen und den gro­ben Kre­tins, wel­che hier­zu­lande die Pop­mu­sik rui­nie­ren, auch noch Bege­mann gibt. Bege­mann ist der musi­ka­li­sche Bruce Wayne. Sein Batcave liegt in Hamburg-​Bahrenfeld (Stahltwiete 10), seine Waf­fen sind: Gitarre, Stimme, Beat­box und Orches­ter­play­backs. Statt Cape: Beiger Mod-​Anzug. Sein Bat­mo­bile ist ein Kombi Wolfs­bur­ger Fabri­kats. Und wer­den irgendwo in Bay­ern, Baden oder Bran­den­burg die „Initi­als B.B.“ an den Nacht­him­mel gestrahlt… Bege­mann ist zur Stelle. 120 Kon­zerte im Jahr.

Bernd Bege­mann wurde am 1. Novem­ber 1962 in Ost-​Westfalen gebo­ren. Er war der erste Punk in Bad Sal­zu­flen. Er ist der Grün­der der Ham­bur­ger Schule. Zu sei­nen Fans zäh­len u.a. Toco­tro­nic, Anette Humpe, Blum­feld, Boy…

Mit „Der bren­nende Junge — Die belieb­tes­ten Lie­der aus 25 Jah­ren“ erscheint nun bei Tapete Records anläss­lich Bege­manns 50stem Geburts­tag ein Über­blick über seine erstaun­li­che Kar­riere: vom Mitte der 80er Jahre erschie­ne­nen ers­ten Album des sou­li­gen Power-​Pop-​Trios „Die Ant­wort“ (diese Gruppe war für eine ganze Musi­ker­ge­ne­ra­tion so etwas wie die deut­sche Ver­sion der „Smiths“, mit Bege­mann als Morrissey/​Marr in Per­so­nal­union) über das bahn­bre­chende Solo­de­but „Rezes­sion, Baby“, das erste urbane, deut­sche Fol­kal­bum mit Elektronik-​Elementen (genau, das wich­tigste Genre des moder­nen Indie­pop, erfun­den von Bernd vor 20 Jah­ren) bis zu jün­ge­ren Auf­nah­men von Bege­manns aktu­el­ler Band „Die Befrei­ung“: „Der bren­nende Junge -– Die belieb­tes­ten Lie­der aus 25 Jah­ren“ ver­spricht viel und hält alles!

Dar­über hin­aus prä­sen­tie­ren Tapete Records erst­mals einen Blick in das umfang­rei­che Archiv des Künst­lers: „Wahre Bege­ben­hei­ten“ ver­eint unver­öf­fent­lichte und rare, ver­grif­fene Auf­nah­men aus über drei­ßig Jah­ren. Selt­sa­mes Zeug wie Bernds Hymne für sei­nen inzwi­schen ein­ge­gan­ge­nen Baseball-​Verein, die „St. Pauli Thun­der­birds“. Char­man­tes Zeug wie einen von Her­zen kom­men­den Freestyle-​Rap von König Boris/​Fettes Brot. Und so wei­ter, eine echte akus­ti­sche Wun­der­tüte mit fast aus­schließ­lich neuen Songs. Gra­tis für die ers­ten tau­send Käu­fer, danach ein­zeln erhältlich.

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